Plätze

 

In seiner Reihe "Plätze", 1991 entstanden, befasst sich Armin Saub im weitesten Sinne mit dem urbanen Raum. Er widmet diese Arbeiten allen "schweren Plätzen, leichten Plätzen, nebeneinander, gleichzeitig, in allen möglichen Städten dieser Welt.". Plätze sind für Armin Saub "… Orte und Situationen. Eiförmige Wärme und Schutz. Nische. Platz für Entwicklungen und einen kaum hörbaren Gesang um uns herum, wenn draußen alles in Ordnung ist. Später macht man sich Platz in einer verstellten Welt, entwickelt Platz mit Mitteln, die Zusammenhänge zwischen Menschen herstellen oder zerstören. Treffpunkte, Schnittpunkte. […] Ohne es zu wissen, betritt man oft missbrauchte und ratlose Plätze, die Plätze der Wut und Ohnmacht, der Lüge und Scham, die allmählich erst zu Plätzen der Erinnerung werden und Hoffnung, auf ihnen einen Wegweiser richtig gelesen zu haben."

 

Jede Kultur, jede Gemeinschaft bildet Plätze aus ihren Vorstellungen und Bedürfnissen heraus. Manche Plätze entstehen durch ihre Geschichte und durch die Erinnerung der Menschen an diese.

 

Jeder von Armin Saubs "Plätzen" hat seine eigene Physiognomie, mit biomorphen, oft Kopfähnlichen Gebilden, darin und rundherum ein Gewirr von Bewegungen, Dingen und Straßen, das mit feiner Zeichnung eine kontrapunktische Erzählung zu den schweren Kohlelinien, den Kohleschattierungen und den kräftigen Aquarellfarben der großen Formen entwickelt, auf dem hellen Hintergrund des Ingres-Papiers.

 

Zitate aus: Armin Saub, "Plätze", Einleitung zum gleichnamigen Katalog der Galerie Francoise Heitsch, München 1992.

 

Download des vollständigen Textes der Einleitung

 

Aktuelles

Ausstellung "Verzurrte Welt"

Das Kollektiv Herzogstrasse und Heiko Herrmann in einer Ausstellung im Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach

 

Mit Heimrad Prem und Helmut Sturm gehört Armin Saub zu den Gründungsmitgliedern des "Kollektiv Herzogstrasse", zu dem sich die Münchner Künstler 1975 in Ottersberg bei München in der "Kunsttenne" des Bildhauers Franz Falch zusammenfanden. Bald vergrößerte sich das Kollektiv, das sich als offene Gruppe verstand, auf bis zu 12 Künstler/innen.

 

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