Stechuhr


Die Graphikmappe entwickelt eine parallele Erzählung von Text und Bild, einen Dialog zwischen dem Gedicht "Der Mann in der Stechuhr" von Oliver Behnssen und 16 Foliographien von Armin Saub.

 

Behnssens Gedicht vom rundum kontrollierten Arbeiter, dessen Leben dem Rhythmus der Stechuhr untergeordnet ist, spielt noch im analogen Zeitalter. Es belegt sein gewerkschaftliches Engagement und hängt auch mit seiner eigenen Lebenserfahrung zusammen, da er zum Geldverdienen in einem Büro arbeiten und die Stechuhr bedienen musste.

 

Aus einer umfangreichen Reihe von Graphiken, einer Ideensammlung die bei der Lektüre des Gedichtes entstand, wählte Armin Saub die Blätter aus, die am besten einen Dialog mit Behnssens "Mann in der Stechuhr" entwickeln können. Er versteht Text und Bild als selbständige Kräfte, die sich aufeinander einlassen. Seine zeichenhaften Foliografien evozieren immer wieder mit antropomorphen Formen, Zifferblättern und Ziffern den Menschen, der ganz von der allgegenwärtigen Stechuhr in Besitz genommen wird. Die Graphiken sind oft düster und brutal – Oliver Behnssen sprach von der Düsternis Goyas – aber sie enthalten auch witzige und überraschende Elemente.

 

Wem die Welt beim Betrachten der Foliografien zu schwarz wird, der kann die „rosarote Brille“ nutzen, die der Mappe in Form einer transparenten rosafarbenen Folie beiliegt.

 

Das Mappenwerk ist 1988 erschienen, in einer Auflage von 100 handschriftlich nummerierten und von beiden Autoren signierten Exemplaren. Es besteht aus 12 Seiten Text mit dem Gedicht von Oliver Behnssen und 16 Foliographien von Armin Saub, im DIN A 3 Format, in einem beidseitig im Siebdruckverfahren bedruckten Umschlag.

 

Aktuelles

Ausstellung "Verzurrte Welt"

Das Kollektiv Herzogstrasse und Heiko Herrmann in einer Ausstellung im Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle Durbach

 

Mit Heimrad Prem und Helmut Sturm gehört Armin Saub zu den Gründungsmitgliedern des "Kollektiv Herzogstrasse", zu dem sich die Münchner Künstler 1975 in Ottersberg bei München in der "Kunsttenne" des Bildhauers Franz Falch zusammenfanden. Bald vergrößerte sich das Kollektiv, das sich als offene Gruppe verstand, auf bis zu 12 Künstler/innen.

 

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